Deine Kanaren

Von Mauren und Türken

Die Geschichte von Fuerteventura und Lanzarote.

Aus einem alten kubanischem Geschichtsbuch von 1889.

Eine entsetzliche Katastrophe hatte wohl die ganze Insel Lanzarote mit Verbitterung gefüllt. 1569, das heißt 24 Jahre vor den Geschehnissen, die wir jetzt erzählen werden, kam der Freibeuter Calafat für den König von Fez mit neun Galeeren und 600 Schützen.

Diesen Marquez, den wir wegen seines großen Mutes kennen, den er vor der Küste Afrikas bewiesen hatte, nennen wir jetzt Marquez I, um ihn von seinen Nachfolgern zu unterscheiden. Dieser Marquez tötete 50 Mauren und eroberte einige Fahnen.

In 18 Tagen plünderte der Feind die Insel und nahm 90 Personen gefangen. Gran Canaria war sehr erschüttert wegen dieses großen Kummers und schickte 300 Männer nach Lanzarote zur Hilfe.

Katastrophen dieser Art wiederholten sich leider von Zeit zu Zeit. Schon 2 Jahre später überfiel der Freibeuter aus Algerien Dogali die Insel Lanzarote.

15 Jahre danach, im Juli 1586, überfiel der Seeräuber Amurath Lanzarote mit 7 Galeeren, 800 bewaffneten Männern und 400 Türken. (Man beachte den Unterschied zwischen Männern und Türken). Der Feind überfiel die Insel wie ein Sturzbach und eroberte das Schloss Guanapay (heute Santa Barbara), das auf einem Hügel östlich von Teguise residierte. Zweimal musste Amurath das Schloss angreifen, um es zu erobern.

Noch lebte der erste Marquez der Insel. Über den Mauern dieses Schlosses verlor der Gouverneur Diego de Cabrera Leme sein Leben. Die Eindringlinge verbrannten 10 bis 12 Tausend Scheffel Weizen und Hafer und sie zündeten den Palast von Teguise mit allen öffentlichen Archiven und Dokumenten der Schreiber an.

Der Graf verlieh Cabrera Leme die Gnade eines Kastillen von Guanapay und Gouverneur der Insel.

Die Leute, die sich ins Schloss geflüchtet haben, suchten sehr engagiert nach einem Ausweg, als die Mauren vor den Toren des Schlosses Feuer legten. Viele Christen wären im Schloss ums Leben gekommen oder gefangen genommen worden, wenn nicht einige so tapfer gewesen wären.

Sie riefen Ana de Cabrera und Francisca Perez, die gemeinsam mit anderen ihres Stammes zusehen mussten, wie der Kapitän und viele Soldaten in der Schlacht starben. Sie rissen mit großer Tapferkeit die Torhäuser des Schlosses ein, und mit diesem Material stopften sie die Löscher der Tore, die durch das Feuer entstanden sind. So konnten sie zahlreiche Frauen, insgesamt mehr als 500 Personen befreien, indem sie die Dunkelheit der Nacht nutzten. Alle konnten flüchten.

Unter diesen Personen befanden sich auch der Marquez I mit seiner Frau und seinen Kindern.

Bei diesem Überfall wurde die Marqueza Ines Benitez de las Cuevas, die erste Frau von D. Agustin, und dessen Tochter Constanza de Herrera gefangen genommen. Dessen uneheliche Tochter Juana de Herrera konnte noch glücklicherweise nach Gran Canaria flüchten.

Die Mauren zogen sich am 26. August mit 200, nach einigen Historikern sogar mit 468 Gefangenen zurück.

Die Flagge der Rettung wurde gehisst, als der Marquez  seine Frau und seine Tochter für 15 Tausend Dukaten freikaufte. 5000 übergab er sofort und hinterließ seinen Bruder Diego Francisco Sarmiento und Marcos de San Juan Peraza als Geiseln, bis er den Rest zahlen konnte. Deshalb mussten die Geiseln bis 1590 in Marokko in Gefangenschaft bleiben.