Deine Kanaren

Urlaub, Liebe und Sexualität

Das Tao Yoga der Liebe

von Murli Manohar Das Gaur Vanacari

Er ist müde; sehr müde. Ständig muss er seinen Mann stehen. Es scheint keine Pausen zu geben, obwohl Erholung so nötig wäre. Ein schönes Haus, eine komfortable Wohnung, oder noch nicht mal das. Der Kühlschrank muss ohne Unterbrechung gefüllt werden. Man läuft unentwegt den Rechnungen hinterher. Ein unsichtbarer Geldeintreiber steht ununterbrochen vor der Tür und droht mit dem sozialen Abstieg. Sogar dem Hund geht er auf den Senkel. Deshalb bellt er ständig in einen leeren Hausflur hinein.

Alles erträgt er, um das Leben ein wenig genießen zu können. Vielleicht ein nettes Gespräch unter Freunden bei einem Glas guten Rotwein und einem genüsslichen Essen. Der Höhepunkt des Genusses ist es aber, dies alles mit seiner hübschen Partnerin erleben zu dürfen mit anschließendem leidenschaftlichem Sex.

Ihr geht es ähnlich. Sie muss sich zusätzlich den Attacken hormongesteuerter Männer erwehren, die noch nicht verstanden haben, dass sie nicht ihr Prinz sind. Denn sie macht sich morgens nur für ihren Prinzen so hübsch. Für den erträgt sie das alles, den ganzen Tag.

Mit ihrem Auserwählten in Zweisamkeit den Abend verbringen. Ein kleines Ritual, bis hin zur Vereinigung von Körper, Herz und Seele.

Das ist eine gute Voraussetzung für ein wenig Friede. Ein wenig innerer Friede. Für ihn und für Sie.

Wenn nur das Wörtchen wenn nicht wär, und wenn nur der Hund nicht immer wieder in den leeren Gang hinein bellen würde.

Es ist schon schwer genug, einen Prinzen oder eine Prinzessin zu finden. Aber warum verblasst der königliche Glanz nach einer gewissen Zeit?

Man liebt sich doch. Man fühlt sich verbunden. Dafür sorgen auch die Kinder. Man hat ein gemeinsames Heim, ein gemeinschaftliches Leben, ähnliche Träume und manchmal auch ausgiebigen ungezügelten Sex.

Der Urlaub ist ein guter Moment, über diese Fragen nachzudenken. Zuhause kommt man ja nicht mehr dazu. Der tägliche Stress frisst einen langsam auf.

Am Strand oder am Pool etwas Sonne tanken bei einem fruchtig gemixten Getränk. Das könnte der richtige Zeitpunkt sein, nicht nur etwas fürs körperliche Wohlbefinden zu tun, sondern auch etwas für die Seele, die unsere eigentliche Identität ist und für die wir alle etwas mehr tun sollten.

Es ist unserer innere Schweinehund, der uns unter Vortäuschung falscher Tatsachen davon abhält, das wahre befreite Glück zu finden. Wir alle wissen, was uns blüht, wenn wir auf unser falsches Ego, unseren inneren Schweinehund, hören.

Er will viel Alkohol, viel Essen, viele Drogen und vieles mehr, was uns nur kurzfristig gut tut. Was uns aber langfristig krank machen kann.

Ja, es macht uns krank. Denn nur unser Seelenheil kann uns glücklich stimmen. Und unsere Seele kann nur durch die Liebe fröhlich gestimmt werden. Nur mit der Liebe kann sie ausgelassen und beschwingt tanzen, heiter singen und sich sorgenlos fühlen.

„Aber ich liebe doch meine Frau“, „aber ich liebe doch meinen Mann“, denken die meisten. „Warum bin ich nicht richtig und unbeschwert glücklich?“

Was ist denn Liebe?

„Liebe ist, an den anderen denken und nicht an sich selbst.“ Das wissen wir alle. Aber wir vergessen es immer wieder und verwechseln es mit der Sehnsucht nach Liebe. Denn das ist es, wenn wir behaupten: „Ich liebe Dich, ich liebe sie, ich liebe ihn.“ Wir spüren die Sehnsucht nach der Liebe.

Wir sagen, ich bin in diese hübsche, gut aussehende und liebevolle kleine blonde Frau verliebt. Ich liebe sie über alles. Sogar: „Ich kann ohne sie nicht leben, so liebe ich sie.“ Oder ich liebe ihn und kann ohne ihn nicht leben.

In Wirklichkeit denken wir in diesem Moment nur daran, wie wunderschön es sein könnte, wenn wir von diesem so bezauberndem Wesen geküsst, zärtlich gestreichelt, liebevoll angeschaut und hingebungsvoll umarmt würden. Wir denken also nur an uns selbst, was durch die Aussage: „ICH kann ohne sie nicht leben“, ganz klar verdeutlicht wird.

Der innere Schweinehund hat uns mal wieder einen Streich gespielt. Das hat mit Liebe nichts zu tun. Das ist weiter nichts als ein Egotrip.

Es ist klar. Er will man wieder geküsst, gestreichelt und, wenn möglich, auch noch massiert werden.

Nun sagen natürlich viele:

„Das ist doch gut so, das hört sich doch toll an, das will ich auch, das wollen wir doch alle, was kann daran so falsch sein? Noch heute Morgen hab ich das auch alles gewollt.“

Nur sie wollte nicht.

Warum?

Oben haben wir bereits festgestellt, daß der innere Schweinehund nur auf körperliche Sinnesbefriedigung aus ist, und dass ihm die Konsequenzen vollkommen gleichgültig sind. Und was der Seele gut tut, ist unserm falschen Ego schnurzegal. Wir müssen demzufolge lernen, die Kontrolle über unseren Körper zu übernehmen, wenn wir etwas ändern wollen.

Damit kommen wir zu unserem Lieblingsthema, der Sexualität.

Leider ist die Sexualität heutzutage Orgasmus orientiert.

Umso explosiver der Orgasmus, umso besser der Sex. Das ist die weitläufige Meinung aller.

Und genau dies kann sehr ungesund sein. Ungesund für die Seele. Falscher Sex, oder Sex unter einem falschen Bewusstsein durchgeführt, Sex ohne Liebe hinterläßt Narben auf der Seele. Oder Narben im Unterbewusstsein, Narben in der Psyche.

Narben auf der Seele.

Ein Beispiel:

Nehmen wir mal an, wir haben es mit einem guten, sehr liebevollen Liebhaber zu tun.

Daß hormongesteuerte Rüpel, die nur an ihre eigene Selbstbefriedigung denken, Narben hinterlassen können, muss wohl nicht gesondert erwähnt werden.

Der liebevolle Liebhaber ist in erster Linie an das Wohl seiner Partnerin interessiert und gibt sich sehr viel Mühe, hält sich selbst zurück, beobachtet jede Geste seiner Partnerin, ist mit allen Sinnen bei ihr. Bis sie gänzlich zufrieden und befriedigt ist. Er denkt die ganze Zeit nur an sie. Er ist demnach in der Liebe.

Zur Erinnerung:

„Liebe ist, an den andern denken, und nicht an sich selbst.“

Er hat seiner Geliebten ein wunderschönes sinnliches Fest geschenkt, und sie konnte es in vollen Zügen genießen. Nun will er das Fest mit einem eigenen Orgasmus beenden. Sozusagen gleich einem Feuerwerk als Höhepunkt einer besonders schönen Party.

Niemand würde ihn dafür kritisieren oder ihn sogar einen Egoisten nennen.

Jetzt verändert er seinen Rhythmus. Seine Stöße werden flacher oder tiefer, schneller oder langsamer, ganz nach seinem Geschmack. Genauso, wie es für seinen eigenen Orgasmus notwendig ist, zu dem er auch schnell kommt.

Die Frau genießt diesen Moment auch. Immerhin ist es ihre Erotik, ihr Geschmack, ihr Geruch, was ihn erregt.

Der Liebhaber, der sein Bewusstsein die ganze Zeit auf seine geliebte Partnerin ausrichtete, lenkt nun seine Sinne auf sich selbst, auf seinen eigenen Orgasmus.

Beide empfinden das Feuerwerk sehr euphorisch und fühlen sich rundum wohl.

Aber im Innern empfindet man auch einen Hauch von Frustration, die man mit dem Ende des leidenschaftlichen Festes zu erklären versucht.

In Wirklichkeit meldet sich hier die Seele. Denn die Seele kann man nicht belügen. Die Seele der Geliebten hat bemerkt, dass sie von dem Liebhaber für seinen eigenen Orgasmus benutzt worden ist. Frauen können dies besser verstehen als Männer.

Es war nicht die Absicht des Liebhabers, sondern seine Unwissenheit, die eine kleine Wunde oder Narbe hinterlassen hat.

Was in diesem Fall für den Mann gilt, trifft im umgekehrten Fall natürlich auch für die Frau zu.

So werden mit der Zeit viele Wunden auf der Seele hinterlassen. Und mit den Wunden auf der Seele verhält es sich genau so, wie mit einer Narbe am Arm oder am Bein. Man schützt diesen körperlichen Bereich vor weiteren Berührungen. Man geht auf Abstand, damit es nicht mehr weh tut.

So geht meist erst einmal die Frau auf Abstand. Anfangs gab es noch täglichen Sex, dann schläft man nur noch wöchentlich oder weniger miteinander. Die Wunde will nicht berührt werden.

Die Frau fühlt sich oftmals auch schuldig:

„Ich liebe ihn doch. Warum will ich nicht mehr so oft mit ihm schlafen wie am Anfang unserer Beziehung? Vielleicht liegt es an mir? Vielleicht liebe ich ihn nicht genug? Oder hat er sich geändert?“ Man sucht verzweifelt nach einem Grund und kann ihn nicht finden.

Es liegt an den Wunden auf der Seele (Psyche, Unterbewusstsein), die durch den falsch angewandten Sex entstanden sind.

Die Frage ist: „Wie kann man diese ungewollten Verletzungen verhindern?“

Das Tao Yoga der Liebe.

Eine Antwort auf diese Frage ist die alte aus China stammende Liebeskunst „Das Tao der Liebe“, das aus Indien stammende Tantra Yoga oder das Zölibat.

Wobei das Tao dem Tantra vorzuziehen ist, da das Tantra oft als Machtinstrument missbraucht wird. Der Tantrameister spielt gerne den besten Gockel im Dorf.

Der Taomeister ist nur in der Liebe.

Das Tao der Liebe ist eine Sexualität, die aus dem Herzen kommt.

Bei beiden Techniken lernt der Mann, seine Ejakulation zu kontrollieren.

Denn nur dann kann ein Mann seine Sexualität kontrollieren.

Das bedeutet, er ejakuliert nur dann, wenn er es will.

Er ist der Chef in seinem Körper und nicht seine Sexualität.

Wenn er seine Ejakulation steuern kann, ejakuliert er im Idealfall nur noch zur Fortpflanzung.

Ein Mann, der das Tao richtig kennengelernt hat, möchte auch gar nicht mehr ejakulieren. Weil das Empfinden des Taos 1000 mal euphorischer ist als ein simpler Orgasmus. Der Taoist findet keinen Gefallen mehr an einem Orgasmus. Ein simpler Orgasmus empfindet er frustrierend.

Das sind natürlich nicht nur Vorteile für den Mann, sondern auch für die Frau, die dem Mann hilft, das Tao Yoga der Liebe zu erlernen.

  • Da der Liebhaber nicht mehr ejakuliert, muss er keinen Orgasmus erzwingen und hinterlässt keine unnötigen Wunden auf den Seelen.
  • Die Frau kann nicht ungewollt schwanger werden, auch ohne Apotheke in der Nähe. (Schon als junger Mann konnte ich nicht akzeptieren, daß Verhütung nur mit Hilfe einer Apotheke möglich sein sollte. Ich dachte bei mir: „Gott hat die Welt so perfekt gestaltet. Und ausgerechnet beim Sex soll er versagt haben?“ Das konnte ich nicht glauben. Es musste also auch eine natürliche Technik oder Möglichkeit geben, keine ungewollten Kinder zu zeugen. Deshalb habe ich gesucht, gesucht und nochmal gesucht, und habe das Tao der Liebe gefunden. Schnell war mir klar, dass ich auf dem richtigen Weg war. Als ich es dann verstanden und gelernt habe und in den Genuss kam, das Tao zu praktizieren, ärgerte ich mich, das Tao der Liebe erst mit 27 Jahren gefunden zu haben.)
  • Nach den Weden, den heiligen Schriften, hinterläßt Schwangerschaftsverhütung auch schlechtes Karma. Durch Verhütung schlägt man den lebenswilligen Spermien die Tür vor der Nase zu, was einem im nächsten Leben übel genommen wird.
  • Die Frau kann sich, wenn sie nach einiger Zeit dem Mann ganz vertrauen kann, ganz hingeben. Ohne eine unterbewusste Schwangerschaftsangst, die auch bei Verhütung noch vorhanden ist. Denn manchmal versagen auch Verhütungsmittel.
  • Ohne Ejakulation kann der Mann die ganze Nacht. Er kann der Frau genau dies schenken, was sie benötigt. Es gibt keine Eile und keine Hektik. Einmal am Höhepunkt angekommen, bleibt man einfach oben, solange man will. Nun hat die Liebe Raum, sich zu entfalten. Man bleibt auf Flughöhe und genießt den himmlischen Frieden. Ohne Wunden, ohne Narben, ohne Machtspielchen.
  • Das Tao Yoga der Liebe ist natürlich sehr förderlich für die psychische und physische Gesundheit. Der Ruhepuls eines Mannes kann auf 50 Schläge/Sekunde sinken. Gleich einem Leistungssportler. Die Abwehrkräfte beider werden natürlich verstärkt.

Bei täglichem Training kann ein Mann die Technik in drei Wochen erlernen. Dann gibt es den Flugschein. Man fühlt sich unabhängig und frei und stark. Wie noch nie.

Ich empfehle das Buch „Das Tao der Liebe“ von Jolan Chang. Man sollte die Tipps von Jolan Chang umsetzen und ein wenig Geduld mitbringen. Es ist gut, wenn die Frau den Mann unterstützt. Es lohnt sich. Wenn man es einmal gelernt hat, dann ist es ein Kinderspiel, was anfangs als eine unüberwindliche Hürde empfunden wurde. Wie beim Fahrradfahren. Sie können sich auch bei unserer Redaktion melden, wenn Sie mehr wissen wollen. Wir leiten Sie gerne weiter. Manchmal werden auch Kurse angeboten.

Nun kann die Reise los gehen. Ich wünsche Ihnen einen schönen und leidenschaftlichen Urlaub.

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