Deine Kanaren

Las Lavanderas

Wir sind auf dem Weg zu unserer Arbeit. Schnell halten wir am Straßenrand an und bringen die schmutzige Wäsche in die Reinigung, wenn wir es uns leisten können. Der Tag ist voll mit Terminen, ob beruflich oder privat. Keine Zeit für Hausarbeit oder sogar für einen Waschtag. Dienstleistung von Heute.

Damals auf Teneriffa: Es gab keine Elektrizität und keine Waschmaschinen. Waschen war harte Arbeit und Waschfrauen wuschen an den dafür vorgesehenen Plätzen, an denen es reichlich Wasser gab. Das Leben lief alles ein wenig gemächlicher. Aber auch damals freuten sich die meisten, wenn andere ihnen diese harte Arbeit abnahmen. Die Wohlhabenden, ließen die Wäsche zu Hause abholen. Die einfacheren Leute brachten ihre Wäsche persönlich zu den Lavanderas (Waschfrauen). Man zahlte auch oftmals mit einem Käse, Kartoffeln, oder mit anderen Naturalien. Eine Hand wäscht die andere.

Alle haben sie gekannt. Um vier Uhr morgens begann der Arbeitstag von den Lavanderas. Zuerst ging es auf die Suche von neuen Waschsteinen. In der Hocke wurde gerieben, geschlagen und mit den Händen gepresst. Und dabei musste man den ganzen Tag bis zu den Knöcheln im Wasser stehen.

Elf Frauen wurden vor ein paar Jahren für Ihre Leistung an der Gesellschaft geehrt. Die Jüngste war 63 Jahre alt. Eugenia Ramos war die Älteste mit 97 Jahren.

Im alten Macho-Spanien hatte die Frauen keine Rechte. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass sie den ganzen Tag arbeiten bis die Finger krumm wurden. Menschen zweiter Klasse. Noch vor 30 Jahren existierte auf Teneriffa das Recht auf die Hochzeitsnacht für die Großgrundbesitzer mit den jungen heiratswilligen Frauen. Legalisierte Vergewaltigung. Ein Mann wurde nicht bestraft, wenn er seine Frau schlug oder sie sogar wegen Ehebruch tötete. Vergewaltigungen mussten die Frauen von damals einfach nur schlucken. Ein Protest hätte noch schlimmere Folgen nach sich gezogen. Wenn dies überhaupt noch steigerungsfähig ist.

Eine Ehrung dieser Frauen, die zur untersten Klasse der Gesellschaft gehörten, war sicherlich ein richtiger und wichtiger Weg. Es kann aber nur ein kleiner Schritt von vielen sein, um den Frauen, auch denen von Heute, ihre Würde wieder zurückzugeben.