Deine Kanaren

El Taucho, Bergdorf mit Charme

 

Las Americas und los Cristianos haben ihren Reiz. Viel Sonne, schöne Strände, eine wunderschöne Strandpromenade lädt zu ausgiebigen Spaziergängen ein, unzählige Restaurants aller Couleur und vieles mehr. Aber wo wohnen, wenn man nicht in der Stadt leben möchte. Die Umgebung unmittelbar hinter der Metropole ist auch schon überlaufen und wächst langsam mit dem Zentrum zusammen. Der Verkehr nimmt stetig zu und es ist unmöglich, seine Ruhe zu finden.

Da war es nur eine Frage der Zeit, dass die Europäer, die gerne in der Natur leben, El Taucho entdeckten. Ein kleines idyllisches Bergdorf auf 900 Metern Höhe. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Kiefernwald. Eine Hochebene mit Berggräsern bewachsen war ideal für Ziegen und Schafe, und der Wein wächst auch gut. Die Aussicht ist einzigartig. Die Sonne versteckt sich abends hinter La Gomera, und auf der anderen Seite sieht man die weiße Spitze des Teides.

Da spielt es für einige wenige auch keine Rolle, die vielen Serpentinen hinaufzuklettern, um nach Hause zu kommen. Der Lohn ist ein Heim in einer friedlichen und wunderschönen Umgebung. Auf der Strecke von Las Americas nach Guia de Isora geht es bei Los Menores rechts rauf. Schon nach einigen Kilometern sieht man vereinzelt alte Bauernhäuser, die mit viel Liebe umgebaut und erneuert wurden. Die Menschen wollen den typischen kanarischen Baustil beibehalten. Fantasievoll wurde altes Gemäuer und Holzwerk in eine moderne Wohnlandschaft integriert.

Auch viele Einheimische sind schon lange auf den guten Geschmack gekommen. Belächelten sie früher noch die verrückten Europäer, die sich für ihre alten Häuser interessierten, gehört heute ein schön gestaltetes Landhaus zum guten Image einer besser verdienenden Familie, wie ein teurer Sportwagen.

Dies führte zu einer Spekulation mit Landhäusern und Baugrundstücken in der Natur. Auch eine kleine zerfallene Hütte wird heute nicht mehr versilbert, sondern zu Gold gemacht. Immer mehr landwirtschaftliches Gelände geht durch die Spekulation verloren. Niemand kann und will Golfplatzpreise bezahlen, um darauf Kartoffeln oder Gemüse anzubauen. Ein Problem auf einer Insel, wo das Land nun mal begrenzt ist. Subventionen der EU, um die kleinen Bauern zu fördern, stecken auch hier, wie in ganz Europa die Cleveren ein. Das zieht die einfache Landbevölkerung in die Metropolen, wo sie im Tourismus einen Job finden.

Verständlicherweise kaufen die Besserverdienenden ihre Häuser auf, um sich dem Stress der Zentren entziehen zu können. Ihnen können wir verdanken, dass die kleinen Dörfer mit viel Liebe erhalten werden. Aber die andere Seite der Medaille ist, dass schon heute der Großteil der landwirtschaftlichen Produkte importiert werden muss. Ein gefährliches Spiel, gerade für eine Inselbevölkerung, die in Krisenzeiten schnell von der Außenwelt abgeschnitten sein kann.

Die Politik hat dies schon lange erkannt. Sie versucht durch immer mehr Bauernmärkte, die einheimischen Produkte zu fördern. Dort dürfen nur Produkte verkauft werden, die auf Teneriffa geerntet wurden. Auch die Konsumenten können etwas tun, indem sie ihr Gemüse auf den kleinen Märkten kaufen. Das fördert die Kleinbauern, schmeckt besser und gesünder ist es auch.