Deine Kanaren

Die Galerie Leyendecker

von Ernesto Pitter Hein

Santa Cruz de Tenerife:

Im Sommer 1979 entschied sich Angel Luis de la Cruz, seine Galerie in Santa Cruz de Tenerife zu eröffnen. Damals konnte sich niemand vorstellen, dass er heute zu den bedeutendsten Galeristen der Welt gehört. Die größten Kunstmessen von Berlin bis New York sind sein zu Hause. Kunstsammler aus Japan, Australien, Amerika und Europa zählen zu seinen festen Kunden. Von Beginn an wollte er sich von anderen Galeristen seiner kanarischen Heimat unterscheiden. Nach einigen Versuchen mit einheimischen Künstlern konzentrierte er sich ausschließlich auf Künstler aus aller Welt. Sein Konzept und sein gutes Gefühl für ausgezeichnete Kunst hatte Erfolg: „Ich arbeite nur mit ausländischen Künstlern. Ich wollte die Kunst nach Teneriffa bringen, die man auf Teneriffa sonst nicht betrachten kann.“

Ausstellung Mira Yanagi

Das wird ihm teilweise heute noch von der kanarischen Kunstszene übel genommen. Aber es ist sein Erfolgsrezept. Und die Kunstliebhaber sind ihm dankbar.

Natürlich reicht eine simple Idee nicht aus, um sich auf den weltweiten Kunstmärkten behaupten zu können. Kunstsammler aus allen fünf Kontinenten kaufen bei Leyendecker, weil sie sein spezielles Auge für besondere Künstler und Kunst schätzen. Künstler, mit eigenem Charakter, Stil und Ausdrucksstärke.

„Und der Name? Leyendecker?“

De la Cruz: „In den 70ern benutzten viele Galeristen die Namen berühmter Künstler wie Picasso oder Dali. Mir gefiel die Arbeit der deutschen Fotografen Leyendecker sehr. Die Fotos der Brüder haben mich sehr beeindruckt.

Die Canarios konnten den Namen gar nicht richtig aussprechen. Manche verwechselten ihn mit Black & Decker.“ Er lacht.

„Aber auf der internationalen Bühne hat mir der Name oft geholfen. Das muss ich schon sagen. Leyendecker aus Teneriffa? Wer und was ist das denn? Die Neugier öffnete mir manche Türen. Aber der Name gehört auch ein wenig zu unserer Familie. Ein entfernter Onkel meiner Frau heißt so“

Heute ist der Name Leyendecker nicht mehr aus den Telefonverzeichnissen internationaler Kunstsammler wegzudenken. Angel Luis de la Cruz kauft die Kollektionen auf, die er ausstellt. Alle Lagerräume sind bis unter die Decke gefüllt.
„Ich habe noch ein Lager in Madrid für die großen Objekte. Da ich hier in der Galerie keinen Platz mehr habe, muss ich schon viel zu Hause in meiner Garage unterstellen.“

Das ist internationaler Flair gemischt mit kanarischer Vertrauenswürdigkeit und Improvisationstalent.

Seine Kunden lieben ihn für seinen, man könnte sagen, liebenswürdigen Sachverstand. Per E-Mail bestellen Sammler aus allen Erdteilen Werke der besonderen ART. Sie können sich auf das Urteil von Angel Luis de la Cruz verlassen.